Die 12 meistgestellten Fragen beim Kauf eines Pedelecs

1. Welches Antriebssystem - Frontmotor, Hinterradmotor oder Mittelmotor?

Der Vorderradmotor ist die einfachste und günstigste Variante. Vorteil: Der Motor in der Vorderradnabe funktioniert mit jeder Form der Gangschaltung und auch mit einer Rücktrittbremse.Nachteile: Auf losem, nassem und rutschigem Untergrund können Sie mit einem Vorderradmotor Probleme mit der Traktion bekommen, das Rad kann wegrutschen. Der Motor dreht bei langsamer Fahrt (z.B. starke Steigungen) ebenfalls langsam und läuft in einem ungünstigen Drehmomentbereich. Dadurch wird der Motor warm und schaltet an längeren Steigungen ab.
Der Motor in der Hinterradnabe sorgt für eine direkte Kraftübertragung. Auch auf glattem Untergrund haben Sie guten Halt. Beim Hinterradmotor gibt es einige Modelle mit Energierückgewinnung. Heckmotoren können allerdings nur mit Kettenschaltungen kombiniert werden, daher kann keine Rücktrittbremse verbaut werden. Auch beim Heckmotor kann es bei langen Steigungen Überhitzungsprobleme geben.
Der Mittelmotor im Tretlagerbereich ist nach unserer Erfahrung die beste Möglichkeit ein Pedelec anzutreiben. Die Kraft wirkt da, wo sie bei einem normalen Fahrrad wirkt. Sie haben ein unverfälschtes, sicheres Fahrgefühl weil der Schwerpunkt des Rades kaum verändert wird. Ein Mittelmotor lässt sich mit allen Schaltungsarten kombinieren, auch mit einer Nabenschaltung. Mittlerweile bieten auch viele Hersteller die Kombination aus Mittelmotor und Rücktrittbremse an. Der größte Vorteil ist jedoch, das Sie die Motordrehzahl auch bei niedrigen Geschwindigkeiten im optimalen Bereich halten können, einfach indem ein kleinerer Gang eingelegt wird.


2. Wie schnell fährt ein E-Bike oder Pedelec?

Pedelecs unterstützen Sie mit dem Elektromotor beim Pedalieren bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Ab dieser Geschwindigkeit wird der Motor abgeschaltet und setzt erst wieder ein, wenn die Geschwindigkeit unter 25 km/h fällt. Der Vorteil von Pedelecs ist: Sie gelten vor dem Gesetz als normales Fahrrad, obwohl sie einen Motor haben. Schnelle Pedelecs, auch S-Pedelecs genannt, haben  eine Motorunterstützung bis 45 km/h. Für S-Pedelecs brauchen Sie allerdings ein Versicherungskennzeichen, einen Rückspiegel und Führerschein der Klasse M. Wenn Sie einen Autoführerschein besitzen, haben Sie bereits die nötige Fahrerlaubnis.


3. Welche Rahmenform ist empfehlenswert?

Früher war die Wahl einfach: es gab das Damenrad mit tiefem Einstieg und das Herrenrad mit Stange. Heute spricht man von Tiefeinsteiger bzw. Wave-Rahmen oder Diamantrahmen. Der große Vorteil von Tiefeinsteigern ist der einfache Ein- und Ausstieg. Selbst wenn hinten auf dem Gepäckträger Körbe oder Taschen montiert sind lässt sich das Fahrrad leicht besteigen. Aber auch wenn Sie – egal ob Mann oder Frau – Schwierigkeiten haben, sich auf einen Herrenrahmen zu schwingen, ist diese Rahmenform für ihr Pedelec eine gute Alternative.


4. Welche Rolle spielt die Schaltung?

Durch die Gangschaltung können Sie den eigenen Kraftaufwand verringern oder den Erfordernissen des Geländes anpassen. Beim Pedelec lässt sich durch die Wahl des richtigen Gangs auch der Energiebedarf steuern, Sie können also die Reichweite durch die Wahl der richtigen Übersetzung erhöhen. Bei 60 bis 70 Pedalumdrehungen in der Minute läuft der Motor des E-Bike ideal. Sportliche Pedelecs erfordern eine Trittfrequenz von 85 bis 90 Pedalumdrehungen.


5. Was ist besser - Kettenschaltung oder Nabenschaltung?

Entscheidend ist die Frage, ob Sie eine Ketten- oder Nabenschaltung wählen. Der Vorteil der Kettenschaltung ist, dass in allen Fahrsituationen Gangwechsel ohne Zugunterbrechung möglich sind. Besonders für sportliche Pedelec-Fahrer ist das ein enormer Vorteil. Allerdings erfordern Kettenschaltungen mehr Pflegeaufwand und können im Gegensatz zu Nabenschaltungen nicht im Stand geschaltet werden.Bei den Nabenschaltungen müssen Sie beim Schaltvorgang den Druck vom Pedal nehmen. In diesem Moment verlieren Sie etwas Geschwindigkeit, an steilen Bergen sollte man daher unbedingt einen kleineren Gang einlegen, bevor die Geschwindigkeit zu gering ist. Die Nabenschaltung ist nahezu wartungsfrei und bietet den Vorteil, dass im Stand geschaltet werden kann.

6. Ist eine Federung nötig?

Eine Federgabel und eine gefederte Sattelstütze sind für Komfortliebhaber beim Pedelec ein unbedingtes Muss. Pedelecs und E-Bikes erreichen oft höhere Geschwindigkeiten als herkömmliche Fahrräder. Wenn Sie mit 25 km/h über Feldwege, unebene Radwege oder durch die Stadt fahren, wollen Sie doch nicht jede Unebenheit des Untergrunds spüren. Wichtig ist natürlich die Qualität der verwendeten Federelemente, denn bei den billigen Modellen ist der Komforteffekt nicht sonderlich hoch, weil die Gabeln schlecht auf die Unebenheiten ansprechen und sie sich auch nicht verstellen lassen. Eine gute Alternative zur Federgabel sind Ballonreifen, wie Sie zum Beispiel bei den Kettler Modellen Berlin Royal und Layana Plus verbaut werden.

7. Welche Bremse braucht mein E-Bike?

Je schneller Sie unterwegs sind, um so wichtiger wird die Bremse. Bei einem schnellen E-Bike (bis 45 km/h) sind Scheibenbremsen wegen der hohen Geschwindigkeiten Pflicht. Bei E-Bikes mit 25-km/h-Unterstützung ist eine Felgenbremse ausreichend, empfehlenswert sind auf jeden Fall hydraulisch betätigte Felgenbremsen. Mittlerweile werden viele Pedelecs auch mit der Kombination aus Mittelmotor und Rücktrittbremse angeboten, was gerade für Fahrer die den Rücktritt gewohnt sind zu empfehlen ist.

8. Wie weit kann ich mit einem E-Bike fahren?

Die Frage nach der Reichweite ist mit großem Abstand die am häufigsten gestellte Frage, wenn man über E-Bikes und Pedelecs spricht. Im Verkaufsgespräch frage ich meist zurück: "Wie weit wollen Sie denn Fahren?", denn moderne Pedelecs bieten Reichweiten von bis zu 200 km mit einer Akkuladung. Die Reichweite ist natürlich abhängig davon, wie Sie das Pedelec oder E-Bike nutzen. Wenn Sie lange Touren mit vielen Steigungen fahren möchten, sollten Sie auf jeden Fall den größtmöglichen Akku wählen. Fahren Sie hingegen nur kurze Strecken, brauchen Sie nur einen kleinen Akku. Die Reichweite hängt ebenso von Faktoren wie Außentemperatur (je kälter, desto geringer die Reichweite), Streckenprofil, dem individuellen Fahrstil, dem gewählten Unterstützungsgrad und dem Fahrergewicht ab.

9. Wie lange lebt ein Pedelec-Akku?

Alle Akkus, die bei E-Bikes eingesetzt werden, haben natürlich nur eine begrenzte Lebensdauer. Die Lebensdauer ist abhängig von der Anzahl der Ladungen und der Zeit. Der derzeitige Stand bei hochwertigen Lithium-Ionen-Akkus liegt bei 500 bis 1000 Ladungen und ca. 5 - 8 Jahren Lebensdauer. Geht man von einer durchschnittlichen Reichweite von 60 Kilometern pro Akkuladung aus, würden Sie mit einem Akku zwischen 30 - 60000 Kilometer weit kommen. Danach können Sie einen Ersatzakku kaufen, der zwischen 400 und 800 Euro kostet.

10. Wie hoch sind die Kosten für eine Akkuladung?

Das möchten wir an Hand eines Beispiels darstellen:Für eine Strecke von 75 Kilometern benötigen wir eine Akkuladung mit einer Kapazität von 400 Wh.Für die Aufladung haben wir einen Strombedarf von 500 Wh (bei 25 % elektrischen Verlusten des Ladegeräts).Die Kosten für 500 Wh: 0,13 Euro (bei einem angenommenen Kilowattstundenpreis von 26 Cent).Stromkosten pro 100 Kilometer: 0,17 EuroVerbrauchskosten inklusive Akkuverschleiss auf 100 Kilometer: ca. 1,00 Euro

11. Kann ich ein E-Bike mit einem Auto-Fahrradträger transportieren?

Natürlich kann ein E-Bike auch auf einem Fahrradträger transportiert werden. Sie müssen allerdings darauf achten, dass die maximale Zuladung des Trägers und die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschritten werden. Empfehlenswert sind spezielle E-Bike-Träger, die auch den manchmal längeren Radstand bei E-Bikes mit Mittelmotor berücksichtigen.

12. Soll ich vor dem Kauf eine Probefahrt mit dem Pedelec machen?

Wir haben die Erfahrung gemacht, das eine Probefahrt mit verschiedenen Antriebssystemen sehr zu empfehlen ist! Erst bei einer Probefahrt "erfahren" Sie die unterschiedlichen Charakteristiken der  verschiedenen Pedelec-Systeme. So können Sie leicht entscheiden, welches System am Besten zu Ihnen passt. Falls Sie noch nie auf einem Pedelec gesessen haben: Mieten Sie sich fürs Wochenende ein E-Bike, und lassen Sie sich vom Pedelec-Virus anstecken. Bei uns können Sie fast alle am Markt erhältlichen Antriebssysteme Probefahren und viele verschiedene Pedelecs auch mieten. Wir erstatten Ihnen beim Kauf den Mietpreis.

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