E-Bikes verbreiten sich in Deutschland

Mit einer Summe von 1,2 Millionen E-Bikes auf europäischen Straßen und stolzen 300.000 verkauften Exemplaren im vergangenen Jahr darf man die E-Bikes als Erfolgsstory betiteln. Auch die Politik weiß die motorisierten Zweiräder zu schätzen und lockt mit attraktiven Angeboten: kostenlose Ladestationen am Rheinufer.

Wellness auf dem E-Bike: Sonderbare Freizeitgestaltung mit dem Schlenderfahrrad

In Urlaubsregionen, in denen früher fleißig gewandert wurde, brummen heute Pedelecs herum. Hotels und Radverleihe bieten E-Bikes zu attraktiven Preisen an und locken ihre Kunden mit kuriosen Angeboten wie „Radeln – Kulinarum – Wellness“. Warum das Fahrrad mit Trittunterstützung so gut anschlägt ist leicht zu erklären: Eine E-Bike Tour lässt sich mit Hobbyradlern wie Couchpotatoes gleichermaßen gut gestalten – sogar beide unter einen Hut zu bringen, ist kein Problem. Wer sich unterfordert fühlt, schaltet den Motor aus – wer schnauft und hechelt schaltet ihn ein. Das lockt vor allem Menschen, die sonst weniger Sport machen. Ihnen nehmen die Pedelecs die Angst vor der zu großen Belastung – oder besser gesagt, sie geben ihnen das Gewissen, unterstützt zu werden. Urlaubsregionen werden deshalb regelrecht für E-Bikes aufgerüstet. Ladestationen auf durchgeplanten Radwegen gehören in einigen Gebieten Österreichs zum Standard.

E-Bikes erhaschen zunehmend Aufmerksamkeit

Auffällige und teuer produzierte Werbevideos demonstrieren, was die E-Bikes ihren Werken wert sind. Selbst Audi hat sich in die Reihe der Produzenten eingereiht und stellte seinen Prototypen des „e-Bike Wörthersee“ vor. Ziel des Videos ist vor allem, die Zielgruppe zu erweitern: Bislang fahren vor allem Rentner und Erwachsene höheren Alters mit den motorisierten Fahrrädern. Das soll sich ändern – und Audi zeigt in seinem Werbespot, dass es sich ändern wird. Bei einem Autohersteller wie Audi setzt sich der Kundenstamm bestimmt nicht aus Studenten und jungen Berufseinsteigern zusammen. Hier versucht man bisherige Kunden zu locken und auf die modernen E-Bikes aufmerksam zu machen. Zur Zeit herrscht jedenfalls Aufklärungsbedarf. Zwar sind bereits 1,2 Millionen E-Bikes in Europa im Umlauf, davon alleine 380.000 E-Bikes in Deutschland, doch wissen viele immer noch nichts mit den Rädern anzufangen. Die Generation Ü-50 fühlt sich oft zu jung für ein elektrisches Fahrrad, schämt sich teilweise sogar, ein solches Rad zu fahren. Dass das E-Bike dabei gar nicht als absoluter Ersatz des geliebten Drahtesels dienen, sondern viel eher als praktische Ergänzung – oder Mittelmaß zwischen Auto und Fahrrad – dienen soll, verdrängen sie. (Lesen Sie auch: Seniorenfahrrad – mobil im Alter auf dem Drahtesel)  Zudem bleibt der Unterschied zwischen E-Bike und Pedelec. Während ein E-Bike, also ein elektrisches Fahrrad, zunächst mal alles ist, was durch einen Motor unterstützt oder betrieben wird, wirken Pedelecs nur unterstützend. Hört der Fahrer auf zu treten, macht auch der Motor nichts mehr. Dieses Prinzip macht klar: Auch ein E-Bike nötigt den Fahrer noch zum Treten und darf keinesfalls mit einem Moped verwechselt werden.

E-Bikes für Senioren

E-Bike statt Dienstwagen

Auch Unternehmen zeigen Interesse an E-Bikes. Im Stadtverkehr könne man sich genauso schnell bewegen, wie mit dem Auto, sagt Thomas Huber, Chefredakteur des Zukunftsinstituts. Zudem haben die elektrischen Fahrräder enormes Sparpotenzial. Das Risiko, verschwitzt bei Geschäftskunden anzukommen ist gering, Gefahr sich zu verspäten noch geringer. Ob sich der Anzug tragende Businessmann tatsächlich auf ein Fahrrad setzen und dafür seine schnieke, schwarz glänzende Limousine in der Garage stehen lässt, bleibt jedoch abzuwarten. (Weiterlesen:Dienstrad statt Dienstwagen)

E-Bike statt Dienstwagen

Tags: E-Bike
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